Leben in der Genossenschaft

Sicher fallen jedem zuerst die spitzen, großen Dächer der Häuser auf und ihre für heutige Siedlungen großräumigen Gärten. Aber was die Genossenschaft beider Siedlungsbereiche ausmacht, sind doch die Menschen, die darin leben und die deutlich auch ein Zusammenleben gestalten.

Haus leben

Davon können die folgenden Beiträge zeugen. Gewiss ist es die Siedlungsstruktur; die wir den Erbauern zu danken haben, durch die es den Bewohnern möglich ist, über die unmittelbare Nachbarschaft hinaus noch Familien und einzelne Menschen in übernächsten Grundstücken zu kennen.

Man grüßt sich und weiß voneinander und begegnet sich als jemand, der dazugehört. Wenn die jährliche Mitgliederversammlung sich im engen Gasthaussaal zusammenfindet, so lockt ja nicht unbedingt der meist kurze offizielle Teil. Man geht dorthin, weil man sich wieder einmal trifft und sieht, auch um das eine oder andere Problemchen miteinander ansprechen zu können. Mit gemeinsamen Häusern hat man gemeinsame und ähnliche Sorgen und Freuden. Beobachtet man die Hereintretenden, so kann man feststellen, dass sie nicht nur herzlich begrüßt werden von diesem und jenem, sondern sich auch vertraut unter die Anwesenden mischen und hier und da hinüber zu anderen Tischen grüßen.

Nicht, dass wir alle freundschaftlich miteinander verbunden wären, aber wie gute Nachbarn sehen wir uns, auch wenn wir den Namen nicht von jedem wissen. Mit den so ähnlichen Wohnverhältnissen haben wir auch sehr verwandte Interessen gegenüber der Genossenschaftsleitung, aber letztlich auch mit ihr; ist sie doch zusammengesetzt aus unsereinem. Es ist sicher nicht selbstverständlich und darf darum als ein Zeichen von Genossenschaft angesprochen werden, dass sich noch immer Persönlichkeiten gefunden haben, die ihre Arbeitskraft, ihre Geduld und Aufmerksamkeit der Tätigkeit in Vorstand und Aufsichtsrat ehrenamtlich gewidmet haben, so dass gerade auch dadurch der Genossenschaftsgedanke weiterlebt. Dafür sei diesen Genossen ganz herzlich gedankt! Bei aller Gemeinsamkeit sind die Bewohner der Siedlungen doch sehr unterschiedlich in Lebensstil und Berufswelt. Es sind eben nicht nur Lehrer; wie das Gerücht immer wieder vom »Tintenviertel« behauptet. Die soziale Zusammensetzung ist erfreulich vielfältig, und das bedeutet oft auch gegenseitige Hilfsmöglichkeiten.

(Auszug 75 Jahre Erbbau-Genossenschaft eG)

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